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quis ließ ihn jedoch nicht zu Worte kommen, ſondern fuhr raſch ſprechend fort:
„Um ſo lieber wäre mir's, könnte ich Wangeroda bis dahin in Beſitz nehmen. In der Burg wird mäch⸗ tig gearbeitet. Aeußerlich iſt ſchon Alles gethan, um ihr Anſehen wieder herzuſtellen und was in der Eile geſchehen konnte, um ſie auch innen wohnlich und zier⸗ lich zu machen, iſt bereits geſchehen. Ich wohne ſeit heute dort und habe die Glückſeligkeit eines Einſiedler⸗ lebens in vollen Zügen genoſſen.“
„Wie verſtehe ich das?“ fragte Oswald im höch⸗ ſten Grade erſtaunt.„Nur wer ſeines Lebens müde iſt, kann nach meiner Meinung daran denken, ſich einem Einſiedlerleben auf der alten Burg hinzugeben!“
„Es könnte auch noch einen andern Grund geben, den aber ein Mann, welcher nie ſein Brot mit dem
Grimme verletzten Stolzes aß und nie Veranlaſſung
hatte, den Hund beneiden zu müſſen, der eine privile⸗
girte Stellung in ſeiner Hundehütte einnahm, nicht be⸗ greifen kann,“ antwortete der Marquis in größter See⸗ lenruhe und ohne alle Bitterkeit.
Oswald fühlte ſich deſſen ungeachtet tief erſchüttert, von dieſen Worten. Ihm ſchienen vergangene Schmer⸗ zen aus dem philoſophiſchen Gleichmuth hervorzuleuch⸗ ten, womit ſie geſprochen wurden und er gedachte plötz⸗


