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„Seien wir alſo aufrichtig gegen einander!“ rief der Marquis heiter werdend.
Oswald blickte feſt und kühn auf.„Sie haben beſondere Gründe das Gut zu verkaufen und ich habe„beſondere Gründe“ das Gut zu kaufen. Sie möchten ſich ohne Aufſehen Ihres Beſitzthumes ent⸗ äußern und ich habe das innigſte Verlangen mich ohne Aufſehen zum Beſitzer dieſes Gutes zu machen. Geſte⸗ hen Sie die Wahrheit meiner Bemerkung zu, Herr Oswald von Wangera?“
„So weit dieſe Bemerkung mich betrifft, geſtehe ich ſie unbedingt zu!“ ſprach Oswald mit Freimuth. „In Rückſicht auf Sie begreife ich Sie nicht, da es bekannt geworden iſt, daß Ihnen der König von Weſt⸗ phalen ſtatt der alten Burg das Luſtſchloß Schönthal mit ſeinen herrlichen Parkanlagen zum Geſchenke hat machen wollen.“
„Pah—“ ſagte der Marquis verächtlich.„Der König von Weſtphalen hatte nicht das Recht, Schön⸗
thal zu verſchenken, da es Privateigenthum der Prinzeß
Wilhelmine iſt.“
Oswald blickte frappirt auf zu ihm.„War es eigentlich mit der Burg Ettershaiden anders?“ fragte er ruhig.
„Ganz anders! Dort handelte es ſich um eine prächtig eingerichtete Beſitzung, hier um ein verfallendes


