Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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haben könnte, durch ihre Talente, durch ihre Schönheit und durch günſtige Umſtände gehoben, einen Gipfelpunkt von Triumphen im Nu zu erreichen!

Nun Fides, antwortete Herr von Ettershaiden zu dem jungen Mädchen gewendet, das mit Purpurröthe auf den Wangen da ſtand und athemlos vor Ueberra⸗ ſchung dem Geſpräche horchte,Du haſt gehört, was Dir geboten wird Glanz und Ueppigkeit in Fülle vielleicht ein Fürſtentitel vom Welten unterjochenden Napoleon Bonaparte; ihm ſtehen ja viele Mittel zu Gebote, Schönheit mit Talent gepaart, gut zu ſituiren ſprich mein liebes Mündel, damit ich Deine Wünſche kennen lerne! Die Stimme des alten Herrn, erſt von innerer Bewegung gedrückt, war nach und nach in jenen Klang von Humor übergegangen, der ihm ſo überaus gut ſtand bei ſeiner ernſten Haltung und Würde.

Ich weiß nicht ganz genau, was die gnädige Frau von mir wiſſen will, erwiederte Fides, indem ſie ihre leuchtenden Augen feſt auf Frau von Ettershaiden

heftete.Kommt es bloß auf meine Meinung oder kommt

es auf einen Entſchluß an?

Gut gefragt, meine kleine Tyrnau, ſagte die Dame lächelnd.Du reifſt ſichtlich unter dem gedeihli⸗ chen, republikaniſchen Leben. Zuerſt ſage mir nur Deine Meinung über die Freuden eines glänzenden Welt⸗ lebens.