Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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wenn das Talent der kleinen Tyrnau im Stande wäre, ſie in die erſten Reihen bewunderter Virtuoſinnen zu ſtellen und wenn die Bewunderung der Menge die Mängel ihrer Geburt verlöſchen und ſie auf eine glän⸗ zende Höhe führen könnte!

Frau von Ettershaiden ſprach dies ſo ruhig, ſo ohne alle Affectation, daß ihr Gatte ſie fixirte und nicht zu ergründen vermochte, was dahinter ſtecke, Scherz oder Ernſt.

Ihr hübſches Aeußere würde ihr behüflich ſein, ihr Anſehen weſentlich zu heben, fügte die Dame ſehr bei⸗ läufig hinzu.

Aha Sie haben Vorſchläge für mein bürger⸗ liches Mündel, dasſelbe in eine Gräfin verwandeln zu können? fragte Herr von Ettershaiden mit großer Bitterkeit.Tragen Sie vor, was man der Kleinen für ihre Ehre

Mein Herr! unterbrach ſeine Gattin ihn hef⸗ tig.Bedenken Sie, was Sie ſagen wollen! Wann hätte ich Ihnen wohl Veranlaſſung gegeben, meine Tu⸗ gend in Zweifel zu ziehen? Was ich jetzt im Sinne hatte, ſollte nur eine Prüfung für Fides ſein. Sie wiſſen ja nicht, was für Anſichten das junge Mädchen über eine glänzende und durch geiſtige Befähigung aus⸗ gezeichnete Weltſtellung hat! Laſſen Sie doch Fides ſich erklären, ob es nicht einen mächtigen Reiz für ſie