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Fides ſehr haſtig ein.„Mein Großpapa ſprach heftig. Meine Mutter blieb ruhig, aber ſie bat um etwas. Da ſprach der alte Großvater:„Nein, Du ſollſt nicht! Denk' an Deinen Schwur! Laßt ihn untergehen in dem Hochmuthe ſeiner Seele! Und wenn er knieend Dir Ab⸗ bitte leiſtet—“ Ich glaube, dieſe Worte galten mei⸗ nem Vaker, denn meine Mutter deutete mit der Hand auf mich und ſagte: es iſt ja ſein Kind ſo gut, wie meines!“
„Die Sache wird immer romantiſcher,“ rief Frau von Ettershaiden lebhaft.
„Nehmen Sie dieſelbe als ein Räthſel, deſſen Lö⸗ ſung Ihre Erwartungen täuſchen kann, meine Theuerſte,“ meinte der alte Herr.„Alle dieſe Kindererinnerungen hätten Sie früher hören können, wenn Sie ſich hätten herablaſſen wollen, Fides freundlich und theilnehmend
darnach zu befragen.“
„Betrachten Sie dieſe Fragen nicht als ein Ergeb⸗ niß müſſiger Neugier, mein Theurer,“ fiel Frau von Ettershaiden ſehr beeilt ein.„Es kommen Momente im Leben jedes Menſchen vor, wo ſich Scheidewege öffnen. Wenn dann eine einzige Handlung, eine rich⸗ tige und herzliche Theilnahme im Stande iſt, das Glück dieſes Menſchen begründen zu helfen, ſo ſind natürlich Prüfungen nöthig, ob die Verhältniſſe deſſelben dem Zwecke hindernd oder fördernd ſein mögen. Wie nun,
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