Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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ter zeigte mir eines Tages einen ganz einfachen Ring und ſagte mir, dies ſei ihr Trauring. Sie legte den⸗ ſelben in ein ſchwarzes Käſtchen, das ſehr reich mit Gold, Perlmutter und Perlen verziert war, nahm einige Pa⸗ piere und legte dieſe dazu. Als ſie das Käſtchen ver⸗ ſchloß, ſagte ſie mir, darin ſei mein Reichthum und meine Ehre enthalten. Auf meine Fragen erklärte ſie ſich dahin, daß ihre Trauſcheine und mein Taufſchein, ſo wie das Teſtament meines Großpapa's und ein kur⸗ zes Tagebuch in dem Käſtchen verſchloſſen ſeien.

Wo iſt dies Käſtchen? fragte Frau von Etters⸗ haiden begierig.

Der Caplan des Großpapa's hat es mitge⸗ nommen!

Um es bis zur Verheirathung meines Mündels in dem Archiv des Kloſters zu Herford zu verwahren, vervollſtändigte der alte Herr lächelnd.Das iſt's, was ich weiß und da mir das Ehrenwort einer ſterben⸗ den Dame genügte, ſo trat ich das Ehrenamt eines Vormundes mit der Ueberzeugung an, die letzten Stun⸗ den derſelben erleichtert zu haben. Laſſen wir uns doch daran genügen bis zu dem Tage, wo Fides von einem ehrenwerthen Manne zur Gattin erwählt wird. Dann tritt ſie das Recht an, die Papiere ihrer Familie for⸗ dern zu dürfen..

Eines Auftrittes erinnere ich mich übrigens, fiel