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aus dem Begeiſterung und Ruhe zugleich in unſer In⸗ neres ſtrömt, mein Lieber!“
„Fügen Sie auch noch hinzu,„Erheiterung, meine Beſte,“ antwortete Herr von Ettershaiden ſo gemeſſen, als ſtände er im Courſale eines Königspalaſtes.
Die Dame neigte beiſtimmend ihr Haupt und fuhr fort:„Die reinen Freuden des Gemüthes werden wohl immer auch Erheiterung mit ſich bringen, denk' ich! Wie hat ſich aber das Muſiktalent unſerer kleinen Tyrnau ſo raſch und glänzend entfalten können, mein Theurer? Daß Fides muſikaliſcher begabt war, als man im gewöhnlichen Leben findet, wußte ich längſt,“ ſetzte ſie leiſer und mit einem feinen Lächeln hinzu.„Ich hegte dieſerhalb ſchon früherhin Vermuthungen über ihre Abſtammung, die Sie aber als ſonderbar verwar⸗ fen— vielleicht irrte ich dennoch nicht!“
„Dieſe Vermuthungen ſind falſch, Theuerſte,“ ant⸗ wortete Herr von Ettershaiden kalt und förmlich.„Fides iſt ehrlicher Leute Kind. Ich habe die Verſicherung eines hochgeſtellten Geiſtlichen dafür. Muß denn jedes Geheimniß mit dem Prinzen Louis und ſeinen Liebſchaf⸗ ten zuſammenhängen? Und worauf gründen Sie dieſe Vermuthungen? Nur auf den Zufall, daß mein liebes Mündel der Muſik ſtets leidenſchaftlich ergeben war! Als wenn nicht auch andere Menſchen, wie Prinz Louis muſikaliſch ſein könnten!“


