Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Wunder unter dem ſtrengen Ausſpruche Melitta's. Die Veränderung im Geſichte des lieblichen Mädchens be⸗ kundete einen kurzen, aber ſchweren Kampf. Ihre innere Empörung verleitete ſie zu einem flüchtigen Trotze gegen Melitta, zu einem gehäſſigen Widerſtre⸗ ben, welches ſich gegen das treue und freimüthige Wort auflehnte aber die Spannung ihrer Züge beſeitigte ſich eben ſo ſchnell, wie ſie entſtanden war und im nämlichen Augenblicke, wo die Thränen ſich langſam aus ihren Augen löſeten, um als cryſtallhelle Thau⸗ tropfen der Liebe, auf ihren Wangen zu verfliegen, drückte ſie ihre Lippen auf die Lippen der Freundin und flüſterte:

Ich will dieſen Mann vermeiden um meiner Ehre und um meines Friedens willen, Melitta! Hilf mir dieſe erſte Verſuchung beſiegen!

Du haſt ſchon geſiegt, Fides! erwiederte Me⸗ litta.Im Geheimniß nur wächſt die Qual derjeni⸗ gen Liebe, welche unſern Frieden gefährdet. Sichere mir Dein Vertrauen, ſo ſicherſt Du auch Deine Ehre und Deinen Frieden! Willſt Du das? Wirſt Du es können?

Nur das erſte Wort des bekenntnißvollen Ver⸗ trauens iſt ſchwer, ſprach Fides treuherzig. Nun Du den Anfang weißt, ſollſt Du auch ehrlich jede Fort⸗ ſetzung erfahren!