Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Deinen Verſtand fürchten ließ! Fides bückte ſich neckiſch und ſchlug einige Accorde in Es dur an, ging aber ſogleich in Cmoll über und ließ ihre Hände auf einem kläglichen. Moll⸗Accord ruhen.

O, die Geſchichte iſt auch angethan, den Ver⸗ ſtand zu verlieren! ſprach ſie lachend.

Nun? Ich bin begierig auf dieſe Geſchichte!

Fides fuhr wild über die Taſten in gebrochenen Accorden, ſchloß mit dem Septimenaccord und antwortete:

Es iſt lange her, daß ich ein kleines, verlaſſenes, jämmerliches Geſchöpf war, um das ſich Niemand küm⸗ merte. Meine Mutter war mir geſtorben. Ich hatte an ihrem Sarge, den ich ein ſchwarzes Bett nannte, ſo lange geſeſſen, bis man dies ſchwarze Bett zunagelte und wegtrug.

Arme Kleine ſchon wieder dieſe Erinnerung! ſprach Melitta, mitleidig ihre Hand auf Fides' Kopf legend. Das junge Mädchen zog dieſe weiche, zarte Hand herab und küßte ſie. 1

Es war alſo vor der Zeit, ehe Du meine Be⸗ ſchützerin wurdeſt! flüſterte ſie.

Das iſt freilich lange her, kleine Tyrnau! ſcherzte Melitta.

Fides ſpielte eine ſanfte Melodie, traurig und weich, wie eine Klage. Melitta, welche ihre Art kannte, lehnte ſich auf ihren Seſſel und neigte ihre Wange auf