Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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regte ſich und legte ihr die Frage vor, ob es edelſinnig ſei, einen Jugendfreund durch Schweigen zu kränken, während ein Wort der Erklärung den Uebergang zur Freundſchaft ſanft vermittelt hätte.

Genug Melitta las nicht und Fides muſicirte nicht! Draußen in der Flur wurde es ſtiller und duf⸗ tiger. Alle andern Vögel gingen zur Ruhe, nur einige Nachtigallen begannen einen reizenden Wechſelgeſang. Melitta legte das Buch, das ſie träumeriſch in der Hand hielt, nieder. Sie preßte ihre Rechte auf das Herz und lauſchte dem Wettgeſange der Nachtigallen.

Fides ſchauete hin zu ihr. Der Ausdruck ihres Ge⸗ ſichtes weckte plötzlich die Theilnahme an ihrem Schickſale. Fides erkannte darin Schmerz, Verlangen, Trauer und Entzücken und ſie fühlte ſich bereit die Wolken ihrer Stirn zu zerſtreuen. Ihr Frohſinn entfaltete die etwas matt ge⸗ wordenen Flügel. Sie begann mit kräftigem Anſchlag eine lebhafte, vollſtimmige Introduction.

Melitta? fragte ſie dann,warum iſt Oswald ſo ſchnell wieder fortgeritten?

Melitta erhob ſich und ſchritt langſam dem Inſtru⸗ mente zu, wo Fides mit Energie ein Melodrama eigner Art zu beginnen Miene machte.

Bevor ich Dir dieſe Frage beantworte, entgegnete Melitta leiſe,muß ich wiſſen, was Dich neulich im Gar⸗ ten des Förſters zu einer Exaltation brachte, die mich für