Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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zögerten Beſuch anzugeben vermochte. Aber er fand Alles anders, wie er es damals verlaſſen hatte.

Seine Couſine, die gnädige Frau von Ettershai⸗ den ließ ihn gar nicht vor. Der alte Herr hatte wenig Zeit für ihn, weil er zu einer Conferenz in's Amthaus gehen wollte.

Fides war zerſtreut und ernſter, als man von ihr gewohnt war. Sie hatte Luſt große Luſt nach dem Forſthauſe zu gehen, fürchtete jedoch eine Begeg⸗ nung mit dem Marquis. Melitta aber zeigte ſich ent⸗ ſchieden wortkarg und zurückhaltend gegen ihren Jugend⸗ freund. Ihre Sanftmuth verbarg freilich die Wunde, welche ihr durch den Vorſatz Oswald's,ſeine Heimath⸗ zu verlaſſen, geſchlagen worden war, aber der feſte Wille, dieſe Wunde heilen zu laſſen, ohne daß eines Menſchen Blick ſie je bemerkt habe, verlieh ihrem We⸗ ſen eine fremdartige Kälte, die geeignet war Aufmerk⸗ ſamkeit zu erregen.

Oswald fühlte ſich fremd und verlaſſen in dem Schloſſe, wo er ſonſt die Vorrechte eines nahen Ver⸗ wandten genoſſen hatte und da der Zeitpunkt noch nicht erſchienen war, wo er mit den beſten Plänen für eine geregelte Zukunft hervortreten konnte, ſo verließ er das Schloß ſehr bald, ohne es verſucht zu haben, Melitta's kalte Sanftmuth zu erſchüttern.

Sie litt jetzt mehr, als vorher! Ihr Gewiſſen