Teil eines Werkes 
1. Theil (1864)
Entstehung
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Herr von Ettershaiden hatte ihn zu einem Familien⸗ verſammlungsorte beſtimmt und damit die Erlaubniß gegeben, daß die jungen Pflegetöchter den dortſtehenden ſchönen Wiener Flügel benutzen durften. Bis dahin auf ein altes Clavier beſchränkt, das aus einer Polter⸗ kammer in ihr gemeinſchaftliches Zimmer gebracht wor⸗ den war, erfüllte ſie dieſe Freiheit mit Entzücken. Be⸗ ſonders glücklich war Fides, die muſikaliſch begabt, mit Leidenſchaft die Gelegenheit wahrnahm, ihre ſchönen Mozart'ſchen Sonaten und Phantaſien auf dem neuen Flügel hören zu laſſen. An dieſem Abende ſaß ſie je⸗ doch zerſtreut vor dem Inſtrumente und tändelte mehr darauf herum, als daß ſie ordentlich zuſammenhängend

zu ſpielen verſuchte.

Melitta ſaß am äußerſten Fenſter und hielt ein Buch in der Hand. Sie las aber nicht in demſelben. Ein ſeltſames Zuſammentreffen. Melitta las nicht und Fides ſpielte nicht und doch war nichts Beſonders geſche⸗ hen, was ſie in ihren liebſten Neigungen geſtört haben könnte. Nachmittags war Oswald eine kurze Zeit im Schloſſe geweſen. Es war ſein erſter Beſuch ſeit je⸗ nem Tage, wo ihn der Beſuch des Marquis d'Etérais verjagt hatte. Vertrauensvoll hatte der junge Edel⸗ mann auf einen liebreichen Empfang, wie ſonſt, gerech⸗ net, da er eine ausreichende Entſchuldigung für den ver⸗