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chend nach der Thür zurück, legte mit anmuthiger
Schalkheit beide Hände gegen ihr kleines Mäulchen,
warf dem Junker zwei, drei Mal grüßend Küßchen zu,
knirte ganz allerliebſt und verſchwand in der Hausthür.
Höchſt amüſirt von dieſer kleinen Scene ging auch
nun der Junker Thilo ſeines Weges. Die Erinnerung
an dies Abenteuer niſtete ſich während feines Ergötzens
darüber weit feſter in ihm ein, als es ſonſt wohl
geſchehen ſein möchte. Er nahm ſich vor, Erkundigun⸗
gen nach dem Kinde anzuſtellen, das eine ſo merkwür⸗ dige Anziehungskraft auf ihn ausgeübt hatte— er nahm ſich ſogar vor, dem geſtrengen Herrn Vormund und der geſtrengen Frau Tante Eröffnungen über die Nachläſſigkeit ihrer Dienſtboten zu machen, die ein ſo⸗ zartes Weſen leicht gekleidet der Kirchenluft ausſetzten und es ſchließlich ſogar vergaßen und dort einſchlafen ließen. Das Kind gehörte augenſcheinlich den höhern Ständen an. Sein Benehmen, ſeine Ausdrucksweiſe, ſeine Kleidung— Alles verrieth ſeine Herkunft. Dazu der Name„Melitta,“ welcher die Capricen der da⸗ maligen Sucht,„Taufnamen aller Arten zu erfinden,“ vollkommen repräſentirte. Kurzum, Junker Thilo von Ettershaiden fühlte die größte Luſt, die angeſponnene Bekanntſchaft mit dieſem lieblichen Kinde fortzuſetzen, vergaß jedoch über die nächſten Ereigniſſe ſchon Alles, was Bezug auf dasſelbe hatte und gedachte ſeiner erſt
E. Fritze: Die Herren v. Ettershaiden, 1.


