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die vergitterten Seitenlogen zu ſchauen und er erblickte in der zunächſt liegenden eine Geſtalt, von der er beim Dämmerlichte nicht zu unterſcheiden vermochte, ob es ein menſchliches, ruhig ſchlafendes Weſen oder ein Bild⸗ werk menſchlicher Kunſt ſei, was dort im rothen Lehn⸗ ſeſſel ruhend, von ihm bemerkt wurde.
„Leuchte Er doch mal dorthin, Fritſche,“ ſprach er aufgeregt zu dem Veteranen, der zufriedengeſtellt ſeinen Rückweg anzutreten begann.„Was iſt das? Mein Gott im Himmel, ein ſchlafendes Kind!“ rief er, als ein Strahl der Laterne über den Platz hinweglief. Schnell wie ein Gedanke ſprang Thilo über die Bänke, die zwiſchen dem Gange lagen, hinweg und ſchwang ſich ge⸗ wandt durch die aufgehobenen Gitter der Loge. Lang⸗ ſam und brummend folgte der alte Fritſche.
Athemlos vor Schreck und Staunen neigte ſich Thilo über den Seſſel, worauf ein reizendes Mädchen von ungefähr acht Jahren ſo himmliſch ruhig ſchlief, als läge es im Mutterarme. Hellblonde Löckchen umgaben die hochgewölbte, weiße Stirn— der Mund, leicht ge⸗ öffnet, ließ hinter den rothen Lippen die kleinen wei⸗ ßen Zähne ſehen. Die vollen, runden Aermchen hielt die kleine Schläferin über der Bruſt gekreuzt; ſie hatt ihre kleine üppige Geſtalt ſo bequem in die Polſter ge⸗ ſchmiegt, wie es nur irgend möglich war.
„Da haben wir den Leichtſinn des Weibsvolkes


