weiblichen Inſtinkte heraus, welche Beſchwichtigungskraft ſich in ihm geltend machte.
„Wußten Sie nicht, Erich,“ ſagte ſie,„daß Lisbeth hier war? Seit acht Tagen iſt ſie bei mir, und ſie will mich nicht wieder verlaſſen, ſondern den Aufenthalt bei ihrer Stiefmutter aufgeben. Ich glaubte dieſe Wendung in meinen Verhältniſſen Ihnen zu danken.“
„Das mag auch ſo ſein,“ verſetzte Wollun in einem etwas lebhaftern Tone.„Allein ich hatte nichts von der Abreiſe des Fräuleins erfahren, weil ich das Burbach'ſche Haus nicht wieder betreten wollte.“
Das Mienenſpiel der Majorin zeigte bedeutende Verwunderung. Es war jedoch nicht der richtige Zeit⸗ punkt ihre Neugier zu befriedigen, deshalb überging ſie dieſe Antwort und ſagte wehmüthig:
„Lisbeth ſchien vom Geſchicke beſtimmt zu ſein, Ihrem Hilmar die letzten Dienſte zu leiſten. Sie erheiterte ihn ſichtlich— und er ſtarb in ihren Armen.“
Die gewaltige Erſchütterung, die dieſe Aeußerung hervorbrachte, mit ſeiner wieder gewonnenen Willenskraft bemeiſternd, wiederholte Wollun dumpf:
„In Lisbeth's Armen? Mein Hilmar ſtarb in Lisbeth's Armen?“
„Ja, Erich! Vom alten Ruff zu dem Orte hin⸗ gelockt, wo Hilmar lag, kam ſie noch zu rechter Zeit,


