meiſter hatte das Zimmer verlaſſen und war langſam durch eine Strecke des Gartens geſchritten, bis er eine kleine Pforte erreichte, die auf's freie Feld und von da nach dem etwas höher gelegenen Kirchhofe führte. Seine düſtern Gedanken veränderten ſich nicht auf dieſem Wege und ſeine im Hintergrunde der Seele noch ſchlummernden Entſchlüſſe für die Zukunft erlitten ebenfalls keine weſent⸗ lichen Veränderungen. Still brütend ſchlich er hinauf zur Grabſtätte der Familie Wollun. Er verfolgte ſeinen Weg, ohne um ſich zu ſchauen. Als er jedoch oben an⸗ langte, da fiel es ihm auf, daß die Thür des Grabmals offen ſtand.
Er ſchritt näher. Es war ihm, als ſähe er eine Ge⸗ ſtalt ſich bewegen. Da er keine Luſt hatte, mit irgend Je⸗ mand aus dem Dorfe, ſei es Küſter, oder Todtengräber zuſammenzutreffen, ſo umging er das Gewölbe und war⸗ tete im Ginſtergeſträuche verborgen, bis ſich derjenige ent⸗ fernt habe, der darin weilte.
Es währte lange, und Niemand kam. Ungeduldig neigte endlich Wollun ſein Auge an das eiſerne Gitter, und er ſah eine weibliche Geſtalt beſchäftigt, friſche Kränze um den letzten Sarg zu legen. Das Werk war gerade vollbracht. Betend neigte die Geſtalt die Stirn, warf noch einen Blick auf den Sarg und floh, wie geängſtigt von einem Gefühle, aus dem ſchaurigen Raume.


