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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Aber ſie trotzte heroiſch dieſer Gewiſſensmahnung. Noch eine ſchwere Minute ließ ſie verfließen. Sie be⸗ trachtete ſtarr das Papier, ſie durchlas nochmals den In⸗ halt, ihre Hand bewegte ſich mechaniſch nach dem Feuer⸗ zeuge ein Druck ihres Fingers ein Flämmchen flog auf ſie hielt bebend, wie eine Verbrecherin, das Papier daran, und hoch auf, gleich einer Opferflamme, loderte der verhängnißvolle Brief, der Unruhe und Zwieſpalt ſäen konnte. Hoch auf loderte er! Bis auf das kleinſte Atom ließ die zitternde Frau die Blätter verkohlen und blies die ſchwarzen Flecken mit dem letzten Athemzuge ihrer Bruſt in die Luft. Dann aber umhüllte ein ohn⸗ machtähnliches Erſtarren ihre Sinne.

Als ſie wieder zum vollen Bewußtſein erwacht war, da erkannte ſie erſt, was ſie gethon hatte. Allein ſie be⸗ reuete es nicht, obgleich ſie eine ſchwere Verantwortung zu fürchten hatte. Ruhig, wenn auch mit jener wechſeln⸗ den Geſichtsfärbung, wie nervöſe Aufregung ſie gibt, er⸗ wartete ſie das Zurückkommen Wollun's mit dem feſten Entſchluſſe, ſogleich ein Geſtändniß ihrer That abzulegen.

Es ſollte anders kommen, wie ſie dachte. Sie ſollte die Erfahrung machen, daß es Minuten im Menſchen⸗ leben gibt, wo der heilloſeſte Schmerz ein von Gott vor⸗ bereitetes Heilmittel findet, welches die Qualen zu ſtillen und die Verzweiflung zu heben vermag. Der Obriſtwacht⸗