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wortete die Majorin traurig ihre Stellung verlaſſend und weit von dem Obriſtwachtmeiſter zurücktretend, als wolle ſie ihm dadurch ihre Mißbilligung zu erkennen geben.
Wollun erhob ſich mühſam. Er ſchwankte, als er ſtand. Dieſem Anblicke widerſtand das Gemüth der Ma⸗ jorin nicht. Sie eilte zurück zu ihm und legte ihre Hände zur Stütze auf ſeine Schultern. Wehmüthig ſah ſie in
ſein finſteres Geſicht, das weder Erbarmen mit ſich ſelbſt,
noch mit Andern verrieth.
„Wildes Herz!“ flüſterte ſie weich und mit ge⸗ brochener Stimme.„Wildes Herz, iſt denn ſelbſt die furchtbare Lehre, die Du jetzt empfangen haſt, nicht im Stande den Sturm in Dir zu zügeln?“
„Laſſen Sie mich gehen! Ich will allein mit mei⸗ nem Sohne ſein!“ ſagte er ſcheinbar ruhiger, und die Majorin ließ ſich von dieſer Ruhe täuſchen. Er verließ das Zimmer. Sie ſchickte ihm ein inbrünſtiges Gebet nach.
Dann aber riß ſie eiligſt den Brief hervor und be⸗ trachtete ihn einen Moment mit triumphirenden Blicken. Hatte ſie nicht dies Document gleichſam erorbert? Ge⸗ hörte ihr eine Schrift, welche das Glück ihres Kindes zertrümmern konnte, nicht rechtmäßig? Eine Stimme ihres Innern ſprach:„Nein!“


