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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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nahm dieſen Moment wahr, um das Papier ſchnell in die Falten ihres Kleides zu ſtecken, feſt entſchloſſen, es nur nach dem härteſten Kampfe wieder herauszugeben. Wollun erregte ihr tiefſtes Mitleid, aber es empörte ſie gewiſſermaßen, daß er ſelbſt in ſeinem Schmerze die Hartnäckigkeit ſeines Temperamentes bewahrte.

Eine kleine Weile verſtrich in dem unbehaglichen Schweigen, das eingetreten war. Die Majorin unterbrach die unheimliche Stille gefliſſentlich nicht. Sie wollte ihm Zeit laſſen, ſich zu beſinnen, dann mußte ſein beſſeres Selbſt erwachen und er mußte einſehen, wie gut es für alle Theile ſei, über Thatſachen zu ſchweigen, die bis jetzt ſicher vom Schleier des Geheimniſſes umhüllt waren.

Sie irrte aber, wenn ſie den tiefgebeugten, ſchwer⸗ getroffenen Mann ſchon auf dem Wege der beſſern Er⸗ kenntniß glaubte. Er war nur der trübſeligſten Grübelei für eine kurze Spanne Zeit erlegen und ſchreckte mit der Haſt eines plötzlich Erwachenden auf.

Ja! Es iſt am beſten was ſoll ich noch hier! Fort! Fort! Reden Sie mir nichts von Ruhe, von Reue, von Buße und Vergebung vor, auch vom Glücke An⸗ derer will ich nichts mehr hören es iſt Alles, Alles vorbei, Gnädige! Wo ruht mein Junge? Ich will ihn beſuchen.

Neben Kordall im Gewölbe der Wollun's, ant⸗