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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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Voller Entſetzen ſtand die Majorin neben ihm, rinnende Thränen auf den Wangen und beſchwichtigende Worte auf den Lippen. Was nützte hier aber das Mit⸗ leid und die Theilnahme!

O mein Gott! ſtöhnte Wollun die zuſammen⸗ gepreßten Hände empor hebend, um ſie aber gleich wieder ſinken zu laſſen und die Stirn darin zu verbergen. Reue! Reue! Wozu Reue? Reue ſtammt aus der Hölle Reue iſt geglühet im Fegefeuer und vom Teufel mit Widerhaken verſehen! Alle Reue gibt mir ihn nicht wieder!

Die Majorin horchte mit Schrecken auf den phan⸗ taſtiſchen Ausbruch eines zu ſtark afficirten Gehirnes. Nein, entgegnete ſie gütig, aber ſehr entſchieden,nein, Reue iſt ein Gefühl geſendet vom Himmel, Reue führt zur Buße und vermittelt die Vergebung. Faſſen Sie ſich, Erich, Sie reden irre und werden durch Ihr excen⸗ triſches Weſen zu falſchen Anſichten verleitet. Weshalb ſollte Hilmar ſich erſchoſſen haben? Weshalb ſprechen Sie von Reue? Ermannen Sie ſich, Erich, ermannen Sie ſich!

Wollun hob ſeine Stirn aus den Händen empor, Verzweiflung in allen Zügen, Verſtörtheit in den Blicken. Weshalb? Leſen Sie dieſen Brief!

Er drückte ſeine Hände wieder vor das Geſicht.