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überhört oder nicht beachtet. Der Reiter flog an dem Eiſengitter vorüber. Sie ſah ihn nicht. Einige Minuten ſpäter ſtand der Obriſtwachtmeiſter von Wollun, verſtört und todesmatt vor ihr. Die Majorin glaubte ein Ge⸗ ſpenſt zu ſehen. Sie ſchrie laut auf und ſtreckte dem Offi⸗ zier beide Hände entgegen.
„Wo iſt Hilmar?“ fragte er haſtig.„Geſchwind, holen, rufen, bringen Sie mir meinen Jungen!— Ah— das war ein Ritt!— Nun? Wo iſt Hilmar? Wo iſt mein Junge?“
Die Majorin konnte ſich gar nicht faſſen. Sie zit⸗ terte und hielt mühſam ihre Thränen zurück.„Haben Sie den Brief Ihres Vaters noch nicht erhalten, beſter Erich?“ fragte ſie gedämpften Tones.
Herr von Wollun blickte ſie geſpannt an.„Einen Brief von meinem Papa? Nein! Ich habe keinen Brief weiter erhalten, als von Hilmar, und der trieb mich her in ſolcher Eile, wie nur immer Gewiſſensbiſſe und Selbſt⸗ vorwürfe zur Eile ſpornen können.“
Die Dame brach in Thränen aus.
„Um Gotteswillen— wo iſt Hilmar?“ ſchrie der Obriſtwachtmeiſter.„Reden Sie— er iſt todt! Er hat ſich erſchoſſen! O Du allbarmherziger Gott, Du ſtrafſt hart und gerecht!“ ſtöhnte der ſtarke Mann und brach machtlos zuſammen.
1861. III. Die Erben von Wollun. 17


