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Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
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ten konnte. Jetzt hatte ſie gar keinen Fond, und es kamen Zeiten, wo ſie wochenlang nicht einen Groſchen im Hauſe hatte. Von den Verhältniſſen bedrängt, ſtellte ſie abermals Nachforſchungen nach dem Leben und dem Verbleiben des Mannes an, der ihr die Kinder aufgebürdet hatte. Ihre Verſuche ſcheiterten aber an dem Umſtande, daß ſie in der Verwirrung des Augenblickes, damals ſchon nicht genau darauf gemerkt, wo das Gut des Hauptmanns Kordall belegen war. Auch der Name deſſelben war ihr halb ent⸗ fallen, und ſie ließ ſich beim ſpätern Nachdenken darüber von ihrer Einbildungskraft verleiten, das WortWol⸗ lun mitWollin zu verwechſeln. Natürlich wendete ſie ihre Forſchungen nachWollin im kleinen Hoff, und ſie erhielt von dorther die Nachricht, daß ein Hauptmann Kordall niemals ein Beſitzthum auf der Inſel Wollin gehabt habe, auch dort nicht bekannt ſei.

Das Examen, welches ſie nach dieſen geſcheiterten Verſuchen mit dem Knaben Cäſar anſtellte, führte auch zu keinem Reſultate, das beſonders günſtig geweſen wäre. Cäſar wußte nichts weiter von ſeiner Vergangenheit, als daß er mit ſeiner Mutter in Stettin gewohnt habe, daß ſeine Mutter krank geworden ſei, daß eine ältere Dame, die er Großmama genannt, angekommen und ihn eines Tages, als ſeine Mutter begraben worden wäre, zu einer