Kaum hatte er ſich entfernt, ſo verſank die fremde Dame in eine ſchlummerähnliche Betäubung.
Cäſar, der mannhafte Knabe, wurde aus dem Kämmerchen verbannt und der mildthätigen Hand Jo⸗ hannens überwieſen, die für ſeine Speiſung ſorgte.
Dann ordnete Johanna mit ſeiner Hilfe die mit⸗ gebrachten Koffer, die einſtweilen im ſchmalen Hausflure niedergeſetzt worden waren, und dann ſchlief der ermüdete Knabe ein, um nicht eher zu erwachen, als bis am näch⸗ ſten Morgen die ſanfte Hand Johannens über ſein blon⸗ des Lockenhaar ſtrich. Befremdet, verſtört, im höchſten Grade betroffen ſah ſich der Knabe nach allen Seiten um. Er hatte vergeſſen, in den Armen des tiefſten, traum⸗ loſeſten Schlafes gänzlich vergeſſen, daß er in einem fremden Hauſe Aufnahme gefunden. Er hatte aber auch eine traurige Kataſtrophe mit dieſem feſten Schlafe ver⸗ ſchlafen. Johanna ſchien betrübt, ſie ſchien geweint zu haben. Sie ſetzte ſich auf den Bettrand nieder, faßte die Hände des kleinen Burſchen, der ſo verſtändig in die Welt hineinblickte, und ſagte leiſe:
„Mein armer Cüäſar, haſt Du gut geſchlafen? Biſt Du recht munter und erquickt?“
Cäſar ſchmiegte ſich mit dem Vertrauen der Jugend
an ſeine neue Bekannte an.


