Halbchaiſe erwies, aus deren Verdecke ein zartes, bleiches Frauengeſicht dicht neben einem Blondkopfe von ungefähr ſechs Jahren hervorſchauete.
„Liebe Madam— ſeien Sie kein Unmenſch!“ ſchrie der alte Offizier etwas zornig, indem er ſich aus dem Sattel ſchwang, den Zügel des Pferdes an eine Eiſen⸗ krampe hing und ohne Weiteres in das Haus und in das Stübchen eilte.
„Ich muß mit Ihnen reden, Madam,“ ſprach er hier ſanft und mit gebrochener Stimme.„Das Unglück hat mich ſchwer gebeugt! Die glücklichſten Familienbande ſind zerſtört— meine älteſte Tochter iſt geſtorben. Ihr kleiner Sohn Cäſar ſitzt dort in dem Wagen, vater⸗ und mutterlos, denn ſein Vater blieb bei Stralſund. Meine zweite Tochter, ſeit Jahresfriſt an einen Arzt verhei⸗ rathet, wurde ihres Mannes beraubt. Der keaiſerliche Befehl zwang ihn ſich dem Heere nach Rußland an⸗ zuſchließen. Ich marſchirte glücklicherweiſe durch ihren Wohnort, fand ſie in Verzweiflung und eben im Begriffe in der Begleitung dieſes Knaben, der bei ihr lebte, nach dem Elternhauſe, hieher nach der Welt Ende, zu flüchten, weil ſie hier Ruhe und Troſt bei meiner Frau zu finden hoffte.“ Er hielt einige Secunden inne, um ſich zu dem Nachfolgenden zu ſammeln.
„Ich nahm ſie mit dem Knaben in's Schlepptau


