Druckschrift 
Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

14

und brachte ſie glücklich bis hieher. Da aber erfahre ich, vaß meine Beſitzung zerſtört, von Feindes oder Freun⸗ deshand in Brand geſteckt, und daß meine gute Frau, die mit ſeltenem Muthe allen Widerwärtigkeiten getrotzt hatte, getödtet ſei. Was ſoll ich nun beginnen? Ich muß innerhalb einer Stunde bei meinem Regimente ſein, ſonſt bin ich verloren, werde für infam erklärt. Da ſteht der Wagen mit dem einzigen Ueberbleibſel von Glück, was ich heute noch mein nennen kann! Madam, ich flehe Sie um Gottes Barmherzigkeit willen an, mir dieß Glück zu bewahren. Bei Gott, ich will es Ihnen der⸗ einſt reich vergelten.

Das Verſprechen läßt ſich leicht geben, fiel die Regiſtratorin grämlich ein,wenn man den Kanonen

entgegen marſchirt. Wo liegt denn Ihr Gut, das von Freundes⸗ oder Feindeshand zerſtört iſt?

Der Offizier erhob lebhaft den Arm und zeigte nach Nordoſten.Dort oben hinauf, Madam, am kuriſchen Haff, nicht weit von Memel und nicht weit von Königs⸗ berg dort liegt es, ein kleines Eden, aus welchem mich nur der leidige Krieg vertreiben konnte. Es heißt Wol⸗ lun, Madam. Wollun! Ich bin der Hauptmann Kor⸗ dall, Madam. Meine Tochter da draußen im Wagen iſt

die Doctorin Burbach, und der kleine Burſche, der ſo