Druckschrift 
Die Erben von Wollun : Novelle / von Ernst Fritze
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

die beiden fleißigen Frauenzimmer in dem hübſchen rein⸗ lichen Häuschen, als die tiefe Stille auf der Straße plötzlich von dem Raſſeln eines Wagens geſtört wurde.

Sieh doch'mal hinaus, Hannchen, ſprach die Regiſtratorin beklommen.Ach Du himmliſcher Herr⸗ gott nur keine Soldaten wieder.

Johanna ſtand ſogleich willfährig auf, öffnete das Fenſter und ſah dem langſam fahrenden Wagen ent⸗ gegen.

Es werden Verwundete ſein, berichtete ſie auf einen Moment zurückſchauend.

Ich bitte Dich um Gotteswillen, mach' das Fen⸗ ſter zu! ſchrie die Frau.Das fehlte mir noch, daß ſie mir das Haus voll Bleſſirte brächten. Mach' zu! Mach' zu!

Der Befehl kam zu ſpät. Schon ſetzte ein bejahrter Offizier, der den Wagen zu escortiren ſchien, ſein Pferd in Galopp und hielt im Nu vor dem geöffneten Fenſter, bevor Johanna ſich ſo weit gefaßt hatte, um es ſchließen zu können.

Es war ein Deutſcher. Seine erſten Worte reichten hin, das heftig erſchreckte Mädchen zu beruhigen. Er bat um geneigtes Gehör und erklärte, mit einiger Bewegung, daß er in der allergrößten und peinlichſten Verlegenheit es wage, ſie um Hilfe zu bitten.

*