Heeresmacht, die durch deutſche und namentlich auch preu⸗ ßiſche Truppen verſtärkt worden war, vor und überzog das kleine, ſtille Fleckchen Erde, welches an der Welt Ende lag, mit dem fürchterlichen Wirrwarr dieſes Feld⸗ uges.
Guttſtadt hatte ſo gut, wie alle andern Städte und Dörfer ſein Unheil tragen müſſen. An dem Tage des Monats Auguſt, wo die Regiſtratorin Franke zum erſten⸗ male wieder ruhig und gemüthlich in ihrem Stübchen am Spinnrade ſaß und Johanna Franke, einen Korb
mit Mützenſtrichen neben ſich, die ſie fein und ſauber ein⸗ zukniffen verſtand, es wagte ſich dicht am Fenſter zu placiren, an dieſem Tage waren die Durchmärſche end⸗ lich vorüber, und man erzählte ſich von glänzenden Sie⸗ gen, welche die franzöſiſche Armee über die Ruſſen er⸗ langt hätte. Man hatte ſich allmälig daran gewöhnt, den Kaiſer Napoleon als den von Gott begnadigten Alleinherrſcher zu betrachten, und hatte ſich dem Ueber⸗ muthe deſſelben beugen gelernt. Niemand wunderte ſich über ſeine Siege. Beſonders fanden die armen Oſtpreu⸗ ßen, welche durch die Durchzüge der Truppen an eine Völkerwanderung erinnert worden waren, es ganz un⸗ zweifelhaft, daß ſolche ungeheure Menſchenmaſſen ſiegen müßten. Schwieriger erſchien ihnen die Aufgabe, dieſelbe in Rußland ernährt zu ſehen. Und darüber ſprachen eben


