Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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die Aufwartung bei der koͤniglichen Tafel uͤbernahmen. Sobald der Koͤnig ſeinen Platz eingenommen hatte, wur⸗ den die Gaͤſte zugelaſſen und Quentin konnte, obwohl un⸗ geſehen, alles was in der Geſellſchaft vorfiel, aufs Ge⸗ naueſte wahrnehmen..

Ludwig empfing ſeine Gaͤſte mit einer ſolchen Herzlich⸗ keit, daß Quentin die groͤßte Muͤhe hatte, ſie mit den ihm ertheilten Inſtructionen und mit dem Zwecke zu ver⸗ einbaren, zu deſſen Erreichung man ihn mit ſeiner toͤd⸗ tenden Waſſe hinter dem Schenktiſch ſeinen Poſten hatte einnehmen laſſen. Der Koͤnig ſchien nicht nur von aller Furcht frei zu ſeyn, ſondern man haͤtte glauben ſollen, er ſetze in jene Gaͤſte, denen er die hohe Ehre erzeigte, ſie an ſeiner Tafel zuzulaſſen, das unbeſchraͤnkteſte Vertrauen, und es ſey ſein angelegentlicher Wunſch, ihnen ſeine Ache tung zu beweiſen. Nichts konnte wuͤrdevoller und zugleich hoͤflicher ſeyn, als ſein Benehmen; ſeine ganze Umgebung, mit Inbegriff ſeiner Kleidung, zeigte einen weit geringern Aufwand, als der unbedeutendſte Prinz im Koͤnigreiche bei ſeinen Feſtmahlen an den Tag legte; ſeine Sprache und Manieren waren die eines maͤchtigen Monarchen in ſei⸗

ner herablaſſendſten Stimmung. Quentin war verſucht, 1

zu glauben, daß entweder ſein ganzes vorheriges Geſpraͤch

mit Ludwig ein Traum geweſen ſey, oder daß das ehrer⸗

bietige Benehmen des Cardinals, oder die oſſenherzige, freimuͤthige und edle Haltung des burgundiſchen Edel⸗ manns, den Argwohn des Koͤnigs gaͤnzlich ausgerottet haͤtten. Waͤhrend aber die Gaͤſte, aufgefordert von ihrem ko⸗

niglichen Wirth, im Begriff waren, an der Tafel Platz zu 3.