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246 men will, muß die verborgenen Thuͤren und Treppen,—
ja ſogar die Fallthuͤren und unterirdiſchen Schlupfwinkel des Pallaſtes eben ſo gut kennen, als die Haupteingaͤnge, Fluͤgelthuͤren uns Portale.“
Nach Zuruͤcklegung mehrerer Umwege und Durchgaͤnge, trat der Koͤnig in ein kleines, gewoͤlbtes Zimmer, wo eine gedeckte Tafel mit drei Couverts zum Mitagseſſen bereit ſtand. Der geſammte Hausrath und die Einrichtung des Zimmers war ſo einfach, daß er faſt ſchlecht genannt wer⸗ den konnte. Auf einem beweglichen Schenktiſch mit einem Aufſatz, der aus einander geſchlagen werden konnte, ſtand einiges Gold⸗ und Silbergeraͤth, die einzigen Gegenſtaͤn⸗
de, die auch nur im mindeſten andeuteten, daß dieß Zim⸗ mer einem doͤniglichen Pallaſte angehoͤre. Ludwig wieß unſerm jungen Schotten hinter dem ihn ganz verbergen⸗ den Aufſatze dieſes Schenktiſches ſeinen Poſten an; und nachdem er aus verſchiedenen Standpunkten des Zimmers ſich uͤberzeugt hatte, daß er von keinem Punkte aus geſe⸗ hen werden konnte, ertheilte er ihm die ſchließliche Au⸗ weiſung:„Gedenke der Worte, Ecosse en avant! und ſobald ich ſie ausſpreche, wirf den Aufſatz um, ſchone nicht die Schalen und Becher und feure mit ſicherer Hand auf Crevecoeur. Fehlt der Schuß, ſo faſſe ihn und bediene Dich Deines Dolches.— Oliyer und ich koͤnnen es mit dem Cardinal aufnehmen.“*
Nach dieſen Worten ließ er ein lautes Pfeifen erſchal⸗ len, worauf Oliver erſchien, der zugleich Kammerdiener und Bartſcherer des Koͤnigs war, und uͤberhaupt alle per⸗ ſoͤnliche Dienſtleiſtungen bei dem Monarchen verſah. Ihm folgten zwel alte Maͤnner,— die einzigen Diener, welche


