Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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— oder Euer Gewehr ablegen; Ihr duͤrft weder pfeifen, noch laut ſingen; doch koͤnnt Ihr, wenn Ihr wollt, kirchliche Geſaͤnge und anſtaͤndige Lieder mit gedaͤmpfter Stimme ſingen. Lebt wohl, und haltet gute Wache!“

„Gute Wache!“ dachte der junge Soldat, als ſein Fuͤh⸗ rer mit dem ihm eigenthuͤmlichen, geraͤuſchloſen Schritte wegſchlich und durch eine Tapetenthuͤr verſchwand.—„Gute Wache! aber worauf, und gegen wen? denn ich ſehe hier nichts als etwa einige Fledermaͤuſe und Ratzen zu bekaͤm⸗ pfen; es muͤßten denn dieſe alten, grimmigen Repraͤſen⸗ tanten der Menſchheit ins Leben treten, um mich auf meinem Poſten zu beunruhigen, doch gleichviel drum! mei⸗ ne Pflicht, glaub' ich, heiſcht es, und ich muß ſie er⸗ fuͤllen.“

Mit dem kraͤftigen Vorſatze, ſeiner Dienſtobliegenheit nach aller Strenge zu genuͤgen, verſuchte er ſich mit eini⸗ gen andaͤchtigen Hymnen die Zeit zu vertreiben, die er im Kloſter, das ihm nach ſeines Vaters Tode Zuflucht ge⸗ waͤhrte, erlernt hatte und fand, daß, abgerechnet die Ver⸗ tauſchung ſeiner Novizenkleidung gegen den glaͤnzenden Soldatenrock, den er jetzt trug, ſein jetziger militaͤriſcher Spaziergang in der Gallerie des Koͤnigs von Frankreich, mit denen, die ihn im Kloſter Aberbrothok, gelangweilt hatten, große Aehnlichkeit habe.

Um ſich zu uͤberzeugen, daß er jetzt nicht mehr einer Zelle, ſondern der Welt angehoͤre, ſang er, wiewohl nicht lauter als ihm verſtattet war, einige Balladen aus der Vorzeit, die er von dem alten Harfner ſeiner Familie ge⸗ lernt hatte. Die Niederlagen der Daͤnen zu Aberlemno und Forres, die Ermordung des Koͤnigs Duſſus zu For⸗