231
ſie anſcheinend ſchlummert, oder mit langſamen, verſtohl⸗ nen und ſchuͤchternen Schritten durch das Zimmer ſchleicht, bald den Schlupfwinkel einer ungluͤcklichen Maus im Auge hat, bald ſich mit anſcheinender Vertraulichkeit und An⸗ haͤnglichkeit an denen reibt, von welchen ſie geliebkoſet zu werden wuͤnſcht, und gleich nachher auf ihre Beute los⸗ ſtuͤrzt, oder vielleicht ſelbſt denjenigen, welcher der Gegen⸗ ſtand ihrer Liebkoſungen war, kratzt.
Er betrat das Zimmer mit gekruͤmmten Schultern und demuͤthigem, beſcheidenem Blicke und legte einen ſolchen Grad von Hoͤflichkeit in ſeine Anrede an den Benarbten, daß kein Zeuge dieſer Zuſammenkunft etwas Anderes haͤtte glauben koͤnnen, als daß er komme, den ſchottiſchen Bo⸗ genſchuͤtzen um eine Gefaͤlligkeit zu bitten. Er wuͤnſchte Herrn Leslie Gluͤck zu dem treſſlichen Benehmen ſeines jungen Verwandten auf der heutigen Jagd,— ein Be⸗ nehmen, das, wie er ſagte, die beſondere Aufmerkſamkeit des Koͤnigs auf ſich gezogen habe. Hier hielt er inne, um mit geſenktem Blicke eine Antwort zu erwarten; doch warf er ein paarmal verſtohlen die Augen auf Quentin; dann bemerkte der Benarbte: Se. Majeſtaͤt ſey ungluͤcklich ge⸗ weſen, nicht ihn ſtatt ſeines Neſſen zur Seite gehabt zu haben, denn ohne Zweifel wuͤrde er herbeigeeilt ſeyn und ſogleich den Eber mit der Lanze erlegt haben, welches Quentin, wie er hoͤre, Sr. Majeſtaͤt koͤniglichen Haͤnden uͤberlaſſen habe,„doch wird dieß,“ ſetzte er hinzu,„fuͤr Se. Mazeſtaͤt eine lebenslaͤngliche Lehre ſeyn, einem Manne voon meiner Groͤße ein beßres Pferd zu geben; denn wie koͤnnte mein ungeheures flaͤmiſches Zugpferd mit ſeiner Majeſtaͤt normanniſchem Renner Schritt halten, wenn ich


