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galanten Herrn zu ſpielen. Zwar trat er nicht mit Becket in die Schranken, und ließ keine Soldaten ausheben wie Wolſey; allein die Galanterie, worinnen dieſe beiden Maͤn⸗ ner gleichfalls eingeweiht waren, war ſein Lieblingsfachz auch trug er eine große Liebhaberei fuͤr das edle Waidwerk zur Schau; obwohl er aber bei gewiſſen Damen, bei denen ſeine Macht, ſein Reichthum und ſein Einfluß als Staats⸗ mann den Mangel an Anſtand und Manieren erſetzen mochte, ſein Gluͤck machte; ſo hatten doch die Prachtroſſe, die er zu den hoͤchſten Preiſen kaufte, kein Gefuͤhl fuͤr die Ehre, einen Cardinal zu tragen, und bezeigten ihm keine groͤßere Ehrfurcht, als ſie fuͤr ſeinen Vater gehabt ⸗ haben wuͤrden, dem er in der Reitkunſt gleich kam. Dieß wußte der Koͤnig; und indem er ſein eignes Pferd bald antrieb, bald zuruͤck hielt, machte er das des Cardinals, der ihm nahe zur Seite ritt, ſo aufſaͤtzig gegen ſeinen Reiter, daß es klar ward, ſie muͤßten ſich bald trennen. Waͤhrend das Roß des Praͤlaten wieherte, hinten ausſchlug und ſich baͤumte, ihat der Koͤnig dem geiſtlichen Reiter einige Fragen uͤber wichtige Angelegenheiten, und ſtellte ſich, als wolle er ihm einige von jenen Staatsgeheimniſſen anvertrauen, nach deren Kunde der Cardinal kurz zuvor großes Verlangen an den Tag gelegt hatte.
Kaum ließ ſich eine unangenehmere Lage denken, als die eines Staatsraths, der ſich genoͤthigt ſah, ſeinem Mo⸗
uarchen zuzuhoͤren und ihm zu antworten, waͤhrend jeder
neue Sprung ſeines unlenkſamen Pferdes ihn in eine im⸗ mer ſchwankendere Lage brachte,— ſein veilchenfarbenes Gewand in allen Richtungen flatterte und nichts ihn vor einem augenblicklichen gefahrvollen Sturze ſicherte, als die


