Teil eines Werkes 
10. Band, Quentin Durward : 1. Theil (1824)
Entstehung
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wuͤrde. Er war ein undankbarer, rebelliſcher Sohn gewe⸗ ſen, der einmal eine Verſchwoͤrung angeſponnen hatte, um ſich der Perſon ſeines Vaters zu bemaͤchtigen, und ein anderesmal oſſenen Krieg gegen ihn erhob. Wegen der erſten Beleidigung ward er nach der Dauphine, ſeiner Ap⸗ panage verbannt, die er mit vielem Scharfſinn regierte,— wegen der zweiten ward er in eine gaͤnzliche Verbannung verwieſen, und gezwungen, ſich der Gnade und faſt der Barmherzigkeit des Herzogs von Burgund und ſeines Soh⸗ nes in die Arme zu werfen, wo er bis zu ſeines Vaters Tode, im Jahr 1461, eine Gaſtfreiheit genoß, die nach⸗ mals nur ſchlecht belohnt ward. 1 Im Anpbeginn ſeiner Regierung ward Ludwig durch ein, von den großen Vaſallen Frankreichs gegen ihn an⸗ geſponnenes Buͤndniß mit dem Herzog von Burgund, oder vielmehr ſeinem Sohne, dem Grafen von Charolois an der Spitze, faſt uͤberwaͤltigt. Sie bildeten ein maͤch⸗ tiges Heer, blokirten Paris, lieferten unter deſſen Mauern rine Schlacht von zweifelhaftem Erfolg, und brachten die franzoſiſche Monarchie an den Rand eines gaͤnzlichen Ver⸗ derbens. In ſolchen Faͤllen ereignet es ſich gewoͤhnlich, daß der ſcharfſinnigſte von beiden Feldherren den wahren Nutzen, obgleich vielleicht nicht den kriegeriſchen Ruhm⸗ des beſtrittenen Schlachtfeldes, gewinnt. Ludwig, welcher waͤh⸗ ren der Schlacht von Montlhery große perſoͤnliche Tapfer⸗ keit gezeigt hatte, war durch ſeine Klugheit im Stande, den unentſchiedenen Erfolg derſelben ſo zu benutzen, als ob es ein Sieg fuͤr ihn geweſen waͤre. Er zoͤgerte, bis der Feind die Belagerung aufgehoben hatte, und wußte mit ſo viel Geſchicklichkeit den Samen der Eiferſucht zwi