3. 21.— hatte, Stoff zu ſchwermuͤthigen Betrachtungen darbot. Nach augenblicklicher Pauſe fuhr er in etwas muntererem Tone fort:„mein armer La Jeuneſſe wird Sie beluſtigen; er iſt, beilaͤufig geſagt, zehn Jahr aͤlter als ich;“— der Marquis iſt uͤber ſechzig;—„er erinnert mich an den Schau⸗ ſpieler im Roman conique, der einzig ein ganzes Stuͤck auffuͤhrte. Er laͤßt es ſich nicht nehmen, den Haus⸗ hofmeiſter, Kuͤchenmeiſter, Kammerdiener und eine ganze Dienerſchaft in ſeiner geringen Perſon zu vereinigen. Zu⸗ weilen erinnert er mich an einen Charakter, der in der Braut von Lammermore vorkommt. Sie haben
ohne Zweifel das Buch geleſen; denn es iſt von einem Ihrer Literatoren geſchrieben, den man, glaub' ich, den Chevalier Scott nennt.“
„Vermuthlich meinen Sie Sir Walter?“
„Ja, den naͤmlichen,“ perſetzte der Marquis;„vergeß ich doch immer die Namen, welche mit jenem unausſprech⸗ baren Buchſtaben anfangen.“
Wir wurden nun von peinlicheren Erinnerungen abge⸗ lenkt; denn ich hatte meinen franzoͤſiſchen Freund in zwei Punkten zurecht zu weiſen, in dem erſten gelang es mir nur mit großer Schwierigkeit; denn obwohl der Marquis die Englaͤnder nicht liebte, ſo waͤhnte er dennoch, da er drei Monate in London zugebracht hatte, die ſchwerſten, in unſerer Sprache vorkommenden Stellen vollkommen zu verſtehen, und berief ſich auf alle Woͤrterbuͤcher von Floriy bis auf die neueſten herab, um mir zu beweiſen, daß das engliſche Wort bride(Braut, ausgeſpr. Breide) die naͤmliche Bedeutung habe, wie das franzoͤſiſche Wort bride (Jaum). Ja, er war in dieſer Hinſicht dieſes philologi⸗


