Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 3. Band (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

240

Sie überſenden mir morgen alle Ihre Werkzeuge, womit Sie falſches Geld fabricirt haben; denn ſo lange dieſe ſich in Ihrem Beſitz befinden, ſind Sie immer der Verſuchung ausgeſetzt, in der Stunde der Noth zu dieſem Ausweg Ihre Zuflucht zu nehmen. Im Tauſch dafür gewähre ich Ihnen eine jährliche Unterſtützung von 1500 Reichsthalern, welche Sie vierteljahrsweiſe bei dem En-gros-Händler D ſo lange erheben können, als Sie ſich nicht durch eine ſchlechte Handlung meiner Hülfe unwürdig machen. Ferner will ich eine Reiſe nach Düſſeldorf und ein paar Jahre Aufenthalt dort für Sie zahlen. Was ich jetzt für Sie thue, das that einmal meines Vaters natürlicher Bruder, Paſtor Aurenius, für mich; aber mit dem Unterſchied, daß ich nur unglücklich und verlaſſen war, Sie dagegen leicht⸗ ſinnig und ſtrafbar ſind.

Bencke wollte eben antworten, als es heftig an die Thüre klopfte und Renés Stimme rief:

Oeffne, Mariquitta, öffne!

Sorenza blickte Bencke an; es entſtand in ihr ein Verdacht.

Sie ging zur Thüre und öffnete dieſelbe. René ſtand da, bleich und aufgeregt ausſehend. Beim Anblick von Sorenza ſtutzte er.

Was, iſt Tante hier? rief er. Ich glaubte, daß....

Mariquitta zu finden, fiel Sorenza an. Das wundert mich; Du wußteſt ja, daß ſie bei der Gräfin X. ſein ſollte.

René ging in den Salon. Als er Bencke er⸗ blickte, ſtieg das Blut ihm in den Kopf, und ſtatt