Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 3. Band (1864)
Entstehung
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tigen Tage nicht nöthig gehabt haben, ſich auf eine neue Betrügerei einzulaſſen. Doch, wenn es wahr iſt, daß ich Ihnen bisher geholfen, ſo bin ich doch geſonnen, Sie jetzt zu ſtrafen, ſofern Sie es wagen, denjenigen im Geringſten zu ſchaden, welche mir lieb ſind. Der Preis meines Schweigens iſt Graf El⸗ dons Brief. Sie haben ihn gegen dieſen Schein auszutauſchen. Später kann es möglich ſein, daß ich etwas für Sie thun will; aber jetzt gebe ich Ihnen keine Minute Bedenkzeit, Sie müſſen ſich ſo⸗ fort entſchließen.

Ohne ein Wort zu ſagen, reichte Bencke Sorenza den Brief. Sie gab ihm den falſchen Schein und ſagte:

8 Nehmen Sie ihn und zerſtören Sie ihn vor meinen Augen.

Bencke gehorchte..

Jetzt mein Schlußwort. Einmal entriſſen Sie mir den Namen, welchen ich geliehen, ohne daß ich in irgend einer Weiſe die Schande verdient, welche Sie mir bereiteten. Das hielten Sie für

Recht. Nach dieſer Handlung hatten Sie auch kei⸗

nen Anſpruch darauf, daß die Stimme des Bluts ſich bei mir geltend machen ſollte. Deßhalb iſt das, was ich Ihnen jetzt von meinem Ueberfluß anbiete, nicht eine Gabe von der Schweſter an den Bruder, ſondern ein Geſchenk, welches ich dem Andenken mei⸗ ner Mutter bringe. Es iſt ihr Schatten, und nicht

ich, dem Sie einmal dafür zu danken haben.

Dieſes kann nur dadurch geſchehen, daß Sie es verſuchen, ein ehrlicher Menſch zu werden. Sieh' hier, was ich Ihnen vorſchlage.