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Bruſt. Nicht eine einzige Thräne ſchlich ſich über die Wangen.
Nachdem ſie eine Weile ſo geſtanden hatte, ſchüt⸗ telte ſie den Kopf, um die Qualen fortzujagen, welche ihr Inneres erfüllten, faßte dann mit einem matten Lächeln die Palette und den Pinſel und flüſterte:
— Auch die Liebe zur Kunſt iſt mir eine ver⸗ botene Liebe. Alles Schöne und Herrliche auf dieſer Erde iſt für mich ein Verbrechen. Jeder reine und ſelige Genuß iſt Etwas, wozu ich mich ſtehlen muß.
Magda malte während einer Viertelſtunde un⸗ unterbrochen, aber plötzlich wurde ihr Ohr von einem Laute gleich einem Seufzer berührt. Sie wandte ſich um. Im Zimmer befand ſich Niemand außer ihr.
— Sonderbar, dachte Magda,— es iſt jetzt das Dullemal, daß es mir vorkommt, als wenn ich Seufzer hörte.
Sie legte den Pinſel und die Palette von ſich und ging in das angränzende Zimmer, aber auch das war leer und die Thüre zu den übrigen ge⸗ ſchloſſen. Magda kehrte zu ihrer Arbeit zurück.
Bevor wir uns daran machen, die Scene, welche folgte, zu ſchildern, müſſen wir bemerken, daß ſich im Atelier ein Paar große Schirme befanden, welche dazu beſtimmt waren, das Licht abzumeſſen.
Der größte dieſer Schirme ſtand gleich neben der Thüre, welche zur Wendeltreppe führte. Hinter den⸗ ſelben hatte man einige Modelle, alte Modelle und dergleichen Plunder, wie er zu einem Atelier gehört, geworfen.
Der Schirm war hoch und hatte verſchiedene Riſſe. Ueber ihm hing eine rothe Gardine, welche


