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Gibt es denn noch Andere in der Welt, wenn man liebt? Nein!— Was fühle, was verſtehe ich wohl von dem allen, das man Pflicht und Ehre nennt, wenn mein Herz nur einen Gegenſtand mit glühender Wärme umfaßt? Dieſer Gegenſtand iſt meine Welt, mein Gott, meine Religion, meine Ehre und meine Pflicht.
— Ja, dieſer Gegenſtand iſt Ihre Ehre und Ihre Pflicht.
Magda richtete ihre Augen auf Porry; aber nicht mehr mit dem kalten Ausdruck wie früher, ſon⸗ dern mit einem ſo traurigen Blick, daß derſelbe in einen Nebel von Wehmuth eingehüllt zu ſein ſchien.
— Beſitzen Sie denn ein Recht, durch die er⸗ niedrigenden Gefühle einer ſtrafbaren Liebe einen Schatten auf ihre Ehre zu werfen, welche Ihre Welt iſt, oder ſie von den Pflichten, die ſie hat, wegzulocken?
Sie wollen mit der Gewalt Ihres Gefühls das Herz bezwingen, welches kalt blieb. Nils, was wün⸗ ſchen Sie wohl dann? Das Weib, das Sie lieben, der Erniedrigung und der Reue zu weihen.
Jetzt zog Magda ihre Hand zurück, ſtrich lang⸗ ſam damit über die Stirne und fügte hinzu: 4 — Wäre ich ein Mann, ſo würde ich anders lieben. Ich würde das Weib, dem ich meine mäch⸗ tigſten Gefühle geweiht, nicht in die grauſame Noth⸗ wendigkeit verſetzen, daß es mich verachten müßte,
weil ich ſeine Ehre gering achtete. Ich würde nicht
eine zu gleicher Zeit gefährliche
ei und unwürdige Sprache gegen daſſelbe gebrauchen.“


