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könnte ich es nicht. Mein Leben, meine Gedanken, meine Ideen, meine Inſpirationen, Alles entlehnt von meiner Liebe Farbe und Form; Alles hat von ihr Poeſie und Schönheit. Magda, es iſt mein Herzblut, worin ich meinen Pinſel tauchen muß.
Wenn ich die Qualen und Schmerzen des Lebens male, daß der Ausdruck davon Thränen aus den Augen der Beſchauer hervorpreßt, dann habe ich nur mein eigenes Herz in jenen Stunden der Ver⸗ zweiflung copirt, in welchen die Hoffnungsloſigkeit es ergriffen hatte.
Sollte alſo nie ein lächelndes Bild voll Frieden, Glück und Seligkeit von mir gemalt werden, ſo iſt das nur darum, weil meine Liebe nur Schatten und keinen einzigen Lichtſtrahl beſitzt. Und doch, doch würde ich ſie nicht aus meiner Bruſt reißen; doch überlaſſe ich mich ohne Widerſtand der Gewalt der⸗ ſelben und geſtatte ihr, daß ſie meine Vernunft be⸗ herrſcht. Es gibt keine Macht in der Welt, welche fortan im Stande iſt, mich davon abzuhalten mit der Gewalt meines Gefühls das Herz zu be⸗ zwingen, welches für mich beſtimmt wurde.
— Doch, eine Macht gibt es— die der Ehre,— ſagte Magda mit feſter Stimme, obgleich ſie ihre Hand in der ſeinigen ruhen ließ.
Derjenige kann nicht wirklich lieben, welcher Pflicht und Ehre nicht höher ſtellt, als ſein ſchwaches Herz. Ahl was iſt die Liebe werth, die gleich einem wilden Siroccowind unſer Inneres verheert und uns die Achtung vor Anderen vergeſſen macht?
— Vor Anderen,— wiederholte Porry und ſchloß die kleine zitternde Hand noch feſter in die ſeinige.


