Teil eines Werkes 
Die Tochter des Edelmanns : eine Schilderung aus der Wirklichkeit : 3. Band (1864)
Entstehung
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Sturm ſchlug die Thüre heftig zu, kehrte zu der Alten zurück und rief:

Zuſammenkünfte da oben! Was ins Teufels Namen ſagſt Du? Biſt Du verrückt geworden?

O nein, Gottlob, noch nicht. Ein Beweis dafür iſt, daß ich das herausſpionirt habe, was Nie⸗ mand geahnt hat. Jetzt ſage ich nur: wann der Herr wegfährt und die gnädige Frau ſich in ihr Zimmer einſchließt, dann iſt es nicht der Muͤhe werth ſie dort zu ſuchen, ſondern in dem alten Stockwerk, denn ſehen Sie, dann iſt ſie nicht allein da oben.

Höre mal, Lova, alles das da mußt Du ge⸗ träumt haben; denn wachend konnteſt Du doch nicht auf eine ſo wahnſinnige Idee gekommen ſein. Du weißt zu gut, daß das ganze Stockwerk verſchloſſen i*ſt, ſo daß nicht einmal eine Ratte ohne mein Wiſ⸗ ſen dort hinaufkommen kann; deshalb iſt das, was Du ſagſt, eine Fabel.

Nun, nun, für den Fall kann ſich ja der Werkbeſitzer morgen, oder übermorgen davon überzeugen. Der Herr kann ja thun, als wenn Sie verreiſen, aber ſtatt deſſen den Weg dort hinauf einſchlagen; dann kann der Herr ſehen, daß man dort an Etwas arbeitet, was ſchon früher einmal daſelbſt verſucht worden iſt, das heißt daran, einen Ehemann zu be⸗ trügen. Lova ſeufzte mit ſcheinheiliger Miene und fügte hinzu:

So geht es hier in der Welt; das Böſe, das wir Andern thun, werden Andere uns thun.

Nehme Dich in Acht, Lova, ſo zu ſprechen,

ſagte Sturm mit zuſammengebiſſenen Lippen.