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entgegnete ſie kurz und kalt, daß er ſich irre, wenn er annehme das Ende ihres Lebens werde von ihr gewaltſam erzwungen werden.
„Unſere Wege gehen aber auseinander, Herr von Wilkenow,“ ſchloß ſie ihre ſteif in den Formen bleibende Antwort,„und nur in dem Falle meines Todes möchte ich einen kleinen Raum auf Zeder⸗ lehne beanſpruchen.“
Herr Hans, deſſen Wohlwollen einmal erwacht, durch kühle Erwiederungen wenig berührt wurde, ließ ſich nicht zur Ruhe weiſen. Er berührte ſcharf, wenn auch ſchonend, die Auswüchſe ihres Naturells und baute darauf die Gewißheit ihres heimlich, aber ſicher ausgeführten Vorſatzes„zu ſterben,“ um aller Qual los und ledig zu ſein..
Die Majorin trat entſchiedener, ſtolzer gegen
ihn hervor. Sie beſtritt das Vorhandenſein ſo quä⸗ lender Gefühle, die ihr den Tod wünſchenswerth machen könnten.
3„Wenn Sie, mein Herr, auf eine Minute da⸗ durch hinzielen wollen, wo Sie mit unmenſchlicher Härte entſetzliche Beſchuldigungen auf mich häuften, ſo erkläre ich Ihnen, daß nur mein Stolz mich ab⸗ gehalten hat Rechenſchaft von Ihnen zu fordern—“ „Viktorine,“ unterbrach Herr Hans ſie und
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