Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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eine Einladung zuſtehe, heftete bittend ihre Augen auf

ihn. Er ſtand ſchon längſt unter dem ſtillen Kom⸗ mando dieſer Augen und jetzt leitete ihn ſein eigener Wunſch dieſe Frau durch ein freundliches Wort zu ehren.

Ich hoffe, Sie werden Zederlehne fortan als Ihre Heimath betrachten, ſagte er mit warmem Tone.

Die Majorin neigte ein wenig ihr bleiches Ge⸗ ſicht, ehe ſie antwortete. Eine volle Minute zögerte ſie, um dann, abgewendet von ihrer Tochter, mit ganz veränderter, beinahe verſagender Stimme zu flüſtern:

Möchten Sie nur geneigt ſein, mir für meine ewige Ruhe in Zederlehne eine Stätte zu bereiten es iſt der einzige leidenſchaftliche Wunſch, der mir geblieben iſt. Sie verließ ſchnell das Zimmer. Herr Hans ſah ihr bedenklich nach. Ein Ge⸗

danke durchblitzte ſein Inneres. Er folgte ihr und trat ohne Zögern unmittelbar nach ihr in ihr Zim⸗ mer ein, wo die Vorbereitungen zu ihrer Abreiſe ſchon vollendet, ihren wohlüberlegten Entſchluß hin⸗ länglich verriethen.

Hoch aufgerichtet ſtellte ſich ihm die Dame entgegen. Was wollte dieſer Mann hier? Wenn alles in ihr gebrochen und zerſtört war, ihr alter

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