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Wort an ſie und die Dame wendete ihm ſtets ſtolz den Rücken, wenn er im Zimmer anweſend war.
Ulrike wurde während dieſer Zeit geſund und ihr Söhnchen gedieh ſichtlich.
Selbſt dem Auge der Tochter erſchien die Ver⸗ ſtummung der Mutter nicht unnatürlich, ſelbſt ihrem liebenden Blicke entging das ſichtliche Verfallen der ſtattlich ſchönen Geſtalt, die bis dahin allen Beküm⸗ merniſſen und der Zeit getrotzt hatte. Der Herbſt färbte das Laub und warf ſchon gelbe Blätter auf den grünen Raſen, als der Stammhalter des Hauſes Wilkenow in den Bund der Chriſten aufgenommen und als Hans Rudolph Wilkow von Wilkenow in die Ahnentafel eingetragen wurde.
An dieſem Tage erklärte die Majorin ganz un⸗ vorbereitet, daß ihr Aufenthalt mit dem nächſten Tage beendet ſei und ſie von Geſchäften gezwungen werde g in ihre verödete Wohnung zurückzukehren.
Schmerzlich ergriffen hörte Ulrike dieſer Erklä⸗ rung zu, Rudolph fühlte ſich unangenehm überraſcht, weil er geglaubt hatte, die Majorin werde bei ihnen bleiben und Herr Hans wendete ſehr jähe ſeinen großen buſchigen Kopf nach der Dame herum, um ſie zornig und ſtumm fragend anzuſchauen. Ulrike, wohl begreifend, daß in dieſem Momente nur ihm


