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mit ihren Beleidigungen wohl dazu geeignet geweſen ſeien, einen ſolchen Mann zu dem Gedanken zu brin⸗ gen, das Leben zu verlaſſen.
Nach dieſem Briefe ließ er einen andern an einen Rechtsfreund in Hoymer's Heimath von Stapel laufen, worin er ihn autoriſirte ſämmtliche Gläubiger der Familie ſofort zu befriedigen. Die danach ein⸗ laufende Rechnungsvorlage überzeugte ihn, daß nur die Ausſteuer ſeiner Frau Tochter unbezahlt geblie⸗ ben war, ſonſt nichts. Herr Hans fühlte ſich tiefge⸗
beugt bei dieſer Wahrnehmung, denn er mußte ein⸗
ſehen, daß ihm, in ſeiner ſtolzen Ueberhebung ein gu⸗ tes Theil der Schuld zur Laſt fiel. Herr Haus wurde demüthig. 4
Während er geſchäftig alles aus dem Wege
räumte, was das fernere Leben der Majorin drückend und ſchwer machen konnte, überſah er die Kränkung, 4 dieſer armen ſtolzen Frau durch ſeine unberufene
inmiſchung bereitet wurde. Er unterrichtete ſie von ſeinen Schritten nicht. In ſeiner Eigenſchaft als Oberhaupt der Familie, zu der ſie ſich trotz allem, was vorgefallen ſein mochte, zu zählen befugt war, glaubte er niemand Rechenſchaft von ſeinen Hand⸗ lungen ſchuldig zu ſein. Es beſtand zwiſchen ihnen überhaupt gar kein Verkehr. Er richtete nie ein


