gegen ſeinen Sohn. Nachdem ſeine erſte jähzornige
Wallung ihn zu direkten Angriffen verleitet hatte,
war er zu dem Entſchluſſe gelangt, die ganze ſchau⸗
erliche Tragödie ſeines Hauſes mit Stillſchweigen zu ehren. Zu dieſem Zwecke mußte er vor allen Dingen alles im Keime erſticken, was die Aufmerkſamkeit des Publikums auf das Ereigniß leiten und dasſelbe zu Kombinationen reizen konnte.
„So klug wie ich wird mancher andere auch ſein,“ dachte er,„und wenn es mir gelungen iſt, durch den Schleier zu blicken, ſo gibt es Leute, die vielleicht gern noch mehr ſehen als wirklich da iſt.“
Mit der Umſicht eines erfahrenen Geſchäfts⸗ mannes befriedigte er alſo zuerſt den Kaufmann in der Reſidenz, deſſen Wehegeſchrei das meiſte Auf⸗ ſehen zu erregen im Stande war. Er meldete ihm in kurzen energiſchen Worten den Tod des Majors Hoy⸗ mer und überwies ihm,„um allen gerichtlichen Stauh dal zu vermeiden,“ einen Wechſel vom Betrage ſeiner Schuldforderung mit der Bedingung, alle eingeleiteten Gerichtsverhandlungen ſofort abzuſchneiden. Am Schluſſe des ganz trocken geſchäftlich gehaltenen Briefes deutete er an, daß krankhaft gereizte Ehrliebe ſchon ſeit ſeiner Penſionirung das Gemüth des Ma⸗ jors umdüſtert habe und daß die letzten Ereigniſſe


