Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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Dieß ſoll der Reitknecht ſeinem Herrn geben, ſagte er kurz.

Wollen Sie ihn nicht ſelbſt ſprechen, Herr

Major? wendete der Kellner ein.

Nein!

Das Pferd wollen Sie aber für ſich behal⸗ ten? fragte Jener weiter. 4

Nein!

Sie haben alſo weiter nichts zu befehlen?

Nein!

Aengſtlich blickte der Kellner ringsum. Der Herr war entweder krank oder wahnſinnig nach ſei⸗ ner Meinung. Was ſollte er thun? Ihm blieb nichts übrig, als mit dem Briefe hinabzugehen und dem Reitknechte dieſe Szene zu erzählen. So wie dieſer mit den beiden Pferden den Gaſthof ver⸗ laſſen hatte, ging der Major auch fort, kam aber bald wieder. Der Kellner, etwas beruhigter, fragte ihn, ob er zur Nacht bleiben werde.

Gewiß! antwortete er mit ruhigem Lächeln und ging in ſein Zimmer.

Eine Stunde verfloß ohne daß ſeine Klingel er⸗ tönte. Mehr aus Neugier, denn ſeine Beſorgniß war ganz gewichen, ſeitdem er geſehen hatte, daß der Herr wie andere Leute ausgehen und wiederkommen