konnte, machte der Kellner ſich endlich etwas zu ſchaffen in dieſem Zimmer. Der Major ſaß zurückge⸗ lehnt im Sopha. Er ſchien zu ſchlafen, aber ſein Geſicht war bleicher als vorhin. Leiſe trat der Kellner heran,— der Major war kalt und todt!
Er hatte mit einem kleinen Taſchenterzerole das Herz richtig und ſicher zu treffen gewußt und das Geſchäftsgeräuſch im Hötel hatte den leichten Knall verſchlungen. Ohne Todeskampf war er geſtorben, ſein Lächeln bewies den wiedererlangten Frieden.
Von dem Lärmen, den Entſetzen immer zu ma⸗ chen pflegt, ſchweigen wir.
Eine Viertelſtunde ſpäter brauſte der Poſtzug des Herrn Hans Wilkow von Wilkenow in das Thor des Städtchens herein, um es auf dem Heim⸗ wege zu paſſiren. Vor dem Poſtgebäude hielt der Herr Hans an, um nach Briefen und Zeitungen zu fragen. Zu ſeinem Erſtaunen bemühte ſich der Chef des Bu⸗ reau ſelbſt heraus an den Wagen und begann nach einigen Einleitungen ein Referat des eben ſtattge⸗ fundenen Unglücks, wozu er, wie er mit höflichem Bedauern zugab, vielleicht ſelbſt eine Veranlaſſung abgegeben hatte. Herr Hans verſtand kein Wort, er wußte nichts von einem Geldbriefe, der hier eine Rolle ſpielen ſollte, endlich rückte der Poſtmeiſter mit
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