Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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tritt, den wird Er wohl nicht ausſchließen von ſeiner Gnade. Meinen Kindern meinen Segen!

Als er fertig war, klingelte er und faltete be⸗ dächtig das Blatt zuſammen. Der Kellner erſchien. Sein ſpähender Blick verrieth einige Beſorgniß, die ſich jedoch zerſtreute, als er die gelaſſene Gleichmü⸗ thigkeit des Majors beobachtete, womit er eine Oblate feuchtete und vorſichtig unterſchob. Danach nahm er ſeinen Siegelring vom Finger, betrachtete aufmerkſam die Embleme ſeines Standes, die darauf geſchnitten waren und preßte mit einem bittern Lä⸗ cheln dieſe Zeichen auf die Oblate. Der Ring war ſeit dem Geldbriefe nicht wieder gebraucht er mochte ſich erinnern, daß er ihn damals neben dem Siegellack hatte liegen laſſen, und der Vergleich zwi⸗ ſchen dem ganz verſchiedenen Gebrauche dieſes Pet⸗ ſchaftes war wohl im Stande ſein Herz auf Augen⸗ blicke mit Bitterkeit zu durchſtrömen. Er wendete den Brief, um die Adreſſe zu machen, ein Schauder ſchien ihn zu erfaſſen, als er im Begriffe ſtand den Namen ſeiner Gattin noch einmal im Leben zu ſchreiben. Er ſetzte an, warf die Feder jedoch ebenſo ſchnell wieder von ſich und reichte dem Kellner den Brief ohne Adreſſe..

1857 V. H. Haus Wilkow v. Wilkenow. III. 15