Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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ſchärfte ihr noch ein, dem Boten zur Pflicht zu ma⸗ chen, daß er ſorgſam mit dem Poſtſcheine umgehe, den er erhalten werde und verließ das Zimmer.

Die Majorin war allein. Ihr Blick ruhte kum⸗ mervoll auf dieſem Brief, der mit ſeinem Inhalte ſie der Gnade eines Mannes unterordnete, welchen ſie in der ganzen weiten Welt am meiſten fürchtete. Sie hatte ihr Lebelang ihm vor allem ihre bedrängte Lage, ihre kärgliche Exiſtenz zu verbergen geſtrebt und nun, nun war ſie ſeinem Spotte unrettbar verfallen! Denn, wie ſollte ſie von ihrer jetzigen Einnahme die Summe erſchwingen können, um ſie zurückzuzahlen? Mag der Staat meine Schulden be⸗ zahlen, drohnte es wie mit Donnerworten in ihrer Erinnerung. Ein bitteres Lachen umſpielte die Lippen der Dame bei dem Rückblicke auf dieſe Worte ihres Gatten:Mag der Staat ſie bezahlen! rang es ſich aus ihrer Bruſt herauf. Sie verlebte entſetzliche Momente unter dem Drucke ihrer inner⸗ lichen Demüthigung. Es gibt Stunden, wo Gedanken aus der Hölle die Bruſt eines ſtolzen Menſchen durch⸗ ziehen, und in dieſen Stunden wächſt der kleinſte Tropfen zu einem Gedankenmeere und überflutet alles gute in uns.

Herr Hans Wilkow hatte aus ſeinem Kabinette