Teil eines Werkes 
3. Band (1857)
Entstehung
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das Weinen; ich kann's nicht ſehen, wenn Sie Thrä⸗ nen vergießen! Rudolph lachte verſtohlen und er lachte noch ſtärker und zwar ganz unverholen, als er mit Ulriken ſpät in der Nacht zurückkam und ſei⸗ nen Herrn Vater in höchſt eigener Perſon am Thor⸗ wege erſcheinen ſah, umgeben von einigen Knechten mit Windlichtern, als der Herr Vater die junge Frau ſorgſam aus dem Wagen hob und wie ein Kind die Treppe hinaufführte. Im Zimmer angelangt, ſah er ihr forſchend ins Geſicht.Nun, Frau Tochter, wie ſteht es? Nicht wahr, der Menſch ſtirbt nicht gleich, wenn er penſionirt wird? Ich ſehe, Sie la⸗ chen wieder; ſo iſt's geſcheid!

So weit hatte es Ulrike alſo ſchon gebracht, aber dahin war ſie noch nicht gelangt, daß Herr Hans ihre Eltern zu einem Beſuche auf Zederlehne eingeladen hätte. Ihre Anſpielungen darauf über⸗ hörte er oder beantwortete ſie mit einem unwilligen Kopfſchütteln und mit einem böſen Blicke.

Der Sommer verflog darüber. Ulrike fuhr häu⸗ ſig hin zu ihren Eltern und fand ſie immer in gu⸗ ter Laune. Dadurch verbarg ſich der ohnehin ahnungs⸗ loſen jungen Frau die heranrückende Geldnoth der⸗ ſelben ganz und gar. Ihre glänzende Lage hätte ſie bei einiger Bekanntſchaft mit dieſen Verlegenheiten